CAPICA® Schulteroberflächenersatz

capica neutral grCAPICA® -

Der Oberflächenersatz des Schultergelenkes für Patienten mit Rotatorenmanschettendefekt

 

Beschreibung:

Der CAPICA® Oberflächenersatz ermöglicht die Versorgung von jungen Patienten, die an Defektarthropathie leiden. Dazu weist die Prothese eine deutlich verdickte zentrale Wandstärke auf. Die Distanz zwischen Akromion und Rotationszentrum des Humeruskopfes wird so vergrößert. CAPICA® Implantate bestehen aus implatan® TiAI6V4 -Legierung und sind in den Durchmessern 38 mm bis 54 mm verfügbar. Die keramische Oberflächenbeschichtung mit TiN verbessert die tribologischen Eigenschaften. Die cpTi Reintitan-Beschichtung unterstützt die Osteointegration. Neben den Prothesen mit erhöhter Wandstärke umfasst das System neutrale Implantate, um der herkömmlichen Indikation für Schulterkappenprothesen gerecht zu werden. Die PE-Glenoidkomponenten können frei mit allen CAPICA® Kappen kombiniert werden.
 

Grundlagen:

Durch die Dezentrierung des Humeruskopfes bei Patienten mit einer Rotatorenmanschettendefektarthropathie kommt es zum massiven Funktionsverlust des Schultergelenkes. Mit der Entwicklung der inversen Schulterprothesen-Philosophie wurde die Situation für die Patienten erheblich verbessert. Durch die Distalisierung des Rotationszentrums des Humeruskopfes kann bei der inversen Schulterendoprothese der M.deltoideus wieder eine Abduktion des Armes im Schultergelenk bewirken. Nachteilig ist bei der inversen Prothesen-Philosophie jedoch u.a., dass es zu erheblichen Kräften auf die glenoidale Verankerung kommt und dass die humerale Komponente bei Adduktion des Armes an der Skapula anstößt. Dieses Phänomen führt vielfach zu Lockerungen des Implantates. Bei der Revision einer inversen Schulterendoprothese stehen jedoch nur begrenzte Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung.

Defektarthropathie bei jungen Patienten:

Um den großen Knochenverlust bei der Implantation der inversen Prothese zu vermeiden und um noch operative Rückzugsmöglichkeiten im Falle einer Revision zu haben, werden in einigen Zentren nun Oberflächenprothesen bei Patienten mit Defektarthropathie implantiert. Diese bieten sich insbesondere bei Patienten an, die bei einer Defektarthropathie noch unter 70 Jahre alt sind. Hierbei wird die Oberflächenprothese etwas mehr valgisch implantiert, so dass das Implantat mit Akromion und coracoacromialen Bogen artikuliert. Allerdings ist vorangehend beschriebene Distalisierung des Rotationszentrums bei der Implantation des Oberflächenersatzes nur bedingt zu erzielen.

CAPICA® Designüberlegungen- und Merkmale

Um nun zusätzlich auch noch den M. deltoideus besser einsetzen zu können, bietet es sich an, eine Oberflächenprothese so zu fertigen, dass mittels einer deutlich verdickten Wandstärke die Distanz zwischen Akromion und Rotationszentrum des Humeruskopfes vergrößert wird. Hierdurch ergeben sich ähnliche Effekte wie bei der Implantation einer inversen Prothese. Es bleibt jedoch der erhebliche Vorteil des deutlich geringeren Knochenverlustes bei der Implantation einer Oberflächenprothese im Vergleich zur inversen Prothese. Dieses zeigt sich in einer deutlich verkürzten Operationszeit, einem geringeren Blutverlust und einer schnelleren Rehabilitation des Patienten. Darüber hinaus erlaubt die Oberflächenprothese im Falle einer notwendigen Revision noch weitere Rückzugsoptionen (z.B. Arthrodese, Wechsel auf andere Schaftprothese, Wechsel auf inverse Prothese). Ein wichtiges Designmerkmal bei der CAPICA® Prothese sind die hochpolierten Ränder, die es erlauben, die Nähte zur Refixation der Subskapularissehne durch den Knochen zu führen, ohne dass die Gefahr besteht, dass die Nähte bei zyklischer Belastung durch den Prothesenrand zerrieben werden.

Implantatbeschreibung

Sämtliche CAPICA® Implantate bestehen aus implatan® Titan-Schmiedelegierung und sind in den Durchmessern 38 mm bis 54 mm (2 mm Schritte) verfügbar. Die keramische Oberflächenbeschichtung mit TiN zeichnet sich durch verbesserte tribologische Eigenschaften aus. Zur Verbesserung der Osteointegration sind die Capica® Schulterkappen mit einer cpTi Reintitan-Beschichtung versehen. Zur Unterstützung der Primärverankerung dient ein konischer Hohlschaft, dessen Rechteckprofil die gewünschte Primärstabilität erzeugt.

Instrumentarium

Das ausgereifte Instrumentarium ermöglicht die stufenlose Valgisierung der Prothesen zwischen 0° und 30°. Das offene Design der Oberflächenfräser vereinfacht die Kontrolle der Frästiefe während des Fräsens. Das CAPICA® Schultersystem wurde in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. med. Dr. h.c. J. Jerosch, Johanna-Etienne-Kranknhaus, Neuss entwickelt.

Hersteller