MUTARS® Silver Beschichtung

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MUTARS® Silver Beschichtung

Infektionen stellen im Bereich der Tumorendoprothetik die schwerwiegendste Komplikation dar. In der Literatur finden sich, trotz adäquater lokaler und systemischer Antibiotikaprophylaxe, Infektionsraten zwischen 5 - 35 %. Gründe dafür sind u.a. die lange Operationsdauer, der ausgedehnte Operationssitus und eine Immunsuppression durch die Chemo- oder Strahlen-Therapie, sowie die zunehmende Resistenz der Bakterien gegenüber Antibiotika. Die antiinfektiösen Eigenschaften von Silber sind seit Jahrhunderten bekannt, so wird Silber beispielsweise zur Desinfektion von Trinkwasser genutzt. Diese Wirkung des Edelmetalls wird genutzt, um die mit Silber beschichteten Implantatkomponenten mit einem intelligenten Schutz gegenüber Bakterien zu versehen. Durch das Aufbringen einer galvanisch applizierten Silberschicht verlängert sich die Verweildauer des Implantates im menschlichen Körper. Die Verweildauer eines Implantates wird überwiegend durch die septische oder aseptische Lockerung limitiert. Septische Lockerungen werden durch die Entzündungsreaktion des Körpers bedingt, der auf der Prothese adhärierende Bakterien bekämpfen möchte. Aseptische Lockerungen sind durch den gleichen Mechanismus bedingt, wobei sich die Entzündungsreaktion entweder gegen unerkannte sogenannte "low grade" Infekte richtet oder gegen Verschleißpartikel im Interface. Eine Konservierung der Oberfläche kann durch eine galvanische Beschichtung mit Silber erreicht werden. Eine Kolonisierung mit Bakterien und Biofilmbildung unterbleibt, so dass der Körper nicht mit Entzündungsreaktionen reagiert und der Lockerungsmechanismus unterbleibt. Das Implantat kann somit länger im Körper verbleiben. In präklinischen Versuchen und nach erfolgreicher klinischer Erprobung, konnte die Wirksamkeit der Silberbeschichtung sichergestellt werden. Aktuell werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um den Einfluss der Silberionen auf die Osteointegration zu prüfen, um die zukünftige Beschichtung von zementfreien intramedullären Verankerungsschäften, sowie Primär- und Revisionsprothesen zu ermöglichen. Derzeit können alle Implantatoberflächen mit Silberbeschichtung versehen werden, die nicht in direktem Knochenkontakt stehen oder an der Artikulation der Prothesen beteiligt sind. Die seitlichen PE-Stopfen des KRI M-O-M sind mit Silber beschichteten Plättchen versehen, um auch im distalen Femurbereich genügend Silber bereit zustellen.  

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